7. November 2012

Kranke Chihuahuas auf Schweizer Parkplätzen

Blick Reportage vom 30.10.2012

Welpenhandel floriert

BERN - Der Handel mit Hunden aus Osteuropa hat stark zugenommen. Der Bund will das jetzt stoppen.

Fiese Händler bieten süsse, kleine Hundewelpen auf grossen Parkplätzen zum Verkauf an. Vor allem junge Frauen können dem Jööh-Effekt der Tiere oft nicht widerstehen und lassen sich zu einem Kauf verleiten.

«Der unkontrollierte Handel mit Hundewelpen hat stark zugenommen», sagt Regula Kennel, Leiterin Kommunikation beim Bundesamt für Veterinärwesen zur «Luzerner Zeitung». Vor allem Rassehunde  werden aus Osteuropa importiert und hier zu einem Bruchteil des Preises angeboten, den ein Schweizer Züchter verlangen würde.

Krank mit Macken


Die Tiere sind aber meist nicht geimpft, kommen teilweise aus nicht tollwutfreien Ländern. Der Schweizer Tierschutz, STS, rät daher vom Kauf solcher Hunde ab. «Diese Hunde haben häufig ein geschwächtes Immunsystem, weil sie zu früh von der Mutter getrennt wurden und eine lange, stressige Reise hinter sich haben. Das führt zu hohen Tierarztkosten, falls sie überhaupt überleben», sagt Julika Fitzi, Tierärztin und Leiterin des Fachbereichs Hund beim STS.

Ausserdem seien die Hunde oft schlecht sozialisiert. «Da diese Hunde in den ersten Wochen kaum erzogen werden, haben sie Macken, die man ohne Fachkenntnisse kaum mehr wegbringt», so Fitzi.

Hausierhandel mit Hunden legal


Der zwielichtige Handel mit den Welpen ist legal. Der sogenannte Hausierhandel ist nur für bestimmte Tierarten – wie Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine, Geflügel und Kaninchen – verboten.

Dies könnte sich nach der Volksabstimmung über das Tierseuchengesetz am 25. November aber ändern. Bei Annahme würde der Hausierhandel für alle Tierarten verboten werden. (woz)

So werden Welpen übrigens billig produziert.....