10. Mai 2012

Rassestandard

Chihuahua FCI-Standard Nr. 218
(Chihuahueño)

URSPRUNG : Mexico.

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINALSTANDARDS : 22.05.1995.

VERWENDUNG : Gesellschaftshund.

KLASSIFIKATION FCI : Gruppe 9 Gesellschafts-und Begleithunde
Sektion 6 Chihuahueño
Ohne Arbeitsprüfung.

KURZER GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK : Der Chihuahua gilt als der kleinste Rassehund der Welt und trägt den Namen der grössten Provinz der Republik Mexico. Man nimmt an, dass diese Hunde dort früher in Freiheit lebten und zur Zeit der Zivilisation der Tolteken von den Eingeborenen eingefangen und domestiziert wurden. Darstellungen eines Zwerghundes, der "Techichi" hiess und in Tula lebte, wurden dort für Verzierungen der Stadtarchitektur verwendet; diese kleinen Statuen sehen dem heutigen Chihuahua sehr ähnlich.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Dieser Hund hat eine kompakte Körperform. Von ganz wesentlicher Bedeutung ist die Tatsache, dass sein Schädel die Form eines Apfels hat und dass er seine mässig lange Rute hoch erhoben trägt; entweder ist sie gebogen oder halbkreisförmig gerundet, mit gegen die Lendengegend gerichteter Spitze.

WICHTIGE PROPORTIONEN : Die Körperlänge ist etwas grösser als die Widerristhöhe; gewünscht wird jedoch ein fast quadratischer Körper, speziell bei den Rüden. Bei den Hündinnen ist wegen der Trächtigkeit ein etwas längerer Körper zulässig.

VERHALTEN/CHARAKTER (WESEN) : Flink, aufmerksam, lebhaft und sehr mutig.

OBERKOPF : Schön gerundeter Apfelkopf (ein charakteristisches Merkmal der Rasse) ohne oder mit kleiner Fontanelle. Der Stop ist sehr ausgeprägt, tief und breit, da die Stirne über den Ansatz des Fangs gewölbt ist.

GESICHTSSCHÄDEL :
Nase : Mässig kurz, geringfügig aufgeworfen; jede Farbe ist zulässig.
Fang : Kurz, von der Seite gesehen gerade, am Ansatz breit, sich gegen die Spitze hin verjüngend.
Lippen : Trocken und gut anliegend.
Wangen : Wenig entwickelt und sehr trocken.
Zähne : Scherengebiss oder Zangengebiss. Vorbiss und Rückbiss sowie jede andere Stellungsanomalie der Ober-oder Unterkiefer sind streng zu bestrafen.
Augen : Gross und von rundlicher Form, sehr ausdrucksvoll, nicht hervorquellend, vollkommen dunkel gefärbt. Helle Augen sind zulässig, aber nicht erwünscht.
Ohren : Gross, aufgerichtet, auffallend breit an ihrem Ansatz, sich gegen die leicht abgerundete Spitze allmählich verjüngend. In der Ruhestellung sind sie seitlich leicht geneigt.

HALS :
Obere Linie : Leicht gewölbt.
Länge : Mittellang.
Form : Dicker bei den Rüden als bei den Hündinnen.
Haut : Ohne Wamme; bei der langhaarigen Varietät ist das Vorhandensein einer Halskrause mit längerem Haar höchst erwünscht.

KÖRPER : Kompakt und gut gebaut.
Obere Linie : Gerade.
Widerrist : Wenig ausgeprägt.
Rücken : Kurz und fest.
Lendengegend : Stark muskulös.
Kruppe : Breit und stark, ohne Neigung.
Brust : Brustkorb breit und tief, Rippen gut gewölbt; von vorne gesehen geräumig, aber nicht übertrieben; von der Seite gesehen, bis zu den Ellenbogen reichend; nicht fassförmig.
Untere Linie : Durch einen deutlich aufgezogenen Bauch gebildet. Ein schlaffer Bauch ist zulässig, aber nicht erwünscht.
Rute : Hoch angesetzt und von mässiger Länge; am Ansatz breit, sich gegen die Spitze zu allmählich verjüngend. Die Tragart der Rute ist ein wichtiges charakeristisches Merkmal der Rasse : sie wird entweder hoch im Bogen erhoben getragen, oder halbkreisförmig gerundet mit gegen die Lendengegend gerichteter Spitze, was dem Körper Ausgewogenheit verleiht. Die Behaarung ist entsprechend der Haar-Varietät dem Haarkleid des übrigen Körpers angepasst. Bei der langhaarigen Varietät bildet das Haar eine Fahne. In der Ruhestellung ist die Rute hängend und bildet einen leichten Haken.

GLIEDMASSEN

VORDERHAND : Gerade und von guter Länge; von vorne gesehen bilden die Vorderläufe mit dem Ellenbogen eine gerade Linie; von der Seite gesehen stehen sie senkrecht mit einem leicht schräg gestellten, kräftigen und biegsamen Vordermittelfuss. Die Schultern sind trocken und wenig bemuskelt; die Winkelung zwischen Schulterblatt und Oberarm ist angemessen. Die Ellenbogen sind fest und eng am Körper anliegend, was eine freie Bewegung der Vorderhand gewährt.

HINTERHAND : Gut bemuskelt, mit langen Knochen, senkrecht und zu einander parallel, mit guten Winkelungen am Hüftgelenk, am Knie und am Sprunggelenk, in Übereinstimmung mit den Winkelungen der Vorderhand. Sprunggelenke kurz, mit gut ausgebildeten Achillessehnen; von hinten betrachtet sind sie gerade und senkrecht gestellt, nicht eng.

PFOTEN : Sehr klein und oval, mit gut auseinanderstehenden aber nicht gespreizten Zehen (weder Hasenpfoten noch Katzenpfoten); die Krallen sind besonders gut gewölbt und mässig lang; die Ballen sind gut entwickelt und sehr elastisch; Afterkrallen müssen entfernt sein.

GANGWERK : Der Schritt ist lang und elastisch, energisch und aktiv, mit gutem Vortritt der Vorderhand und gutem Schub der Hinterhand . Von hinten gesehen sollen sich die Hinterläufe zu einander fast parallel bewegen, sodass die Fussspuren der Hinterpfoten genau in diejenigen der Vorderpfoten zu liegen kommen. Mit zunehmender Geschwindigkeit zeigen die Gliedmassen die Tendenz, in Richtung der zentralen Schwerpunktslinie zu konvergieren (single track). Dabei bleibt der Bewegungsablauf frei und elastisch, ohne sichtbare Anstrengung, der Kopf erhoben und der Rücken fest.

HAUT : Glatt und elastisch auf der ganzen Körperoberfläche.

HAARKLEID

BESCHAFFENHEIT DES HAARES :
In dieser Rasse existieren zwei Haar-Varietäten

a)Varietät Kurzhaar :
Das Haar ist kurz und am ganzen Körper gut angliegend; wenn Unterwolle vorhanden ist, ist das Haar etwas länger; lichtes Haar an der Kehle und am Bauch ist zulässig; das Haar ist etwas länger am Hals und an der Rute, kurz im Gesicht und an den Ohren. Es ist glänzend und seine Beschaffenheit ist weich. Haarlose Hunde werden nicht geduldet.

b)Varietät Langhaar :
Das Haar soll fein und seidig sein, schlicht oder leicht gewellt; eine nicht zu dichte Unterwolle ist erwünscht. Das Haar ist länger und bildet Federn an den Ohren,am Hals, an der Hinterseite der vorderen und hinteren Extremitäten, an den Pfoten und an der Rute. Hunde mit langem und aufgebauschtem Haar wie ein Malteser werden nicht akzeptiert.
FARBE DES HAARES : Alle Farben in allen möglichen Schattierungern und Kombinationen sind zulässig.

GRÖSSE UND GEWICHT : Bei dieser Rasse wird nur das Gewicht in Betracht gezogen, nicht die Grösse.

Gewicht : Zwischen 500 g und 3 kg
wobei ein Gewicht zwischen 1 und 2 kg den Vorzug hat. Tiere von mehr als 3 kg Gewicht werden disqualifiziert.

FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
  •  Schmaler Schädel.
  •  Auge klein, eingesunken oder hervorquellend.
  •  Langer Fang.
  •  Zugespitzte Ohren.
  •  Kurzer Hals.
  •  Aufgezogener Rücken oder Senkrücken (Lordose oder Xyphose).
  •  Langer Körper.
  •  Kurze Gliedmassen.
  •  Abstehende Ellenbogen.
  •  Zu eng gestellte Hinterläufe.
  •  Schmale Brust, flacher Rippenkorb.
  •  Abfallende Kruppe.
  •  Schlecht angesetzte, verdrehte oder kurze Rute.
  •  Vor-und Rückbiss.
  •  Fehlen einzelner Zähne.
  •  Deformierte Kiefer.
  •  Verdoppelung von Zähne.
  •  Luxation der Kniescheibe.

AUSSCHLIESSENDE FEHLER :
  •  Bei der Varietät Langhaar : Hunde mit sehr langem, feinem und wie beim Malteser aufgebauschtem Haar.
  •  Bei der Varietät Kurzhaar : haarlose Stellen (Alopezien).
  •  Hängeohr oder kurzes Ohr.
  •  Fehlen der Rute.
  •  Gewicht über 3 kg.
  •  Extrem langer Körper.
  •  Schlanker, leichter, langgestreckter hirschähnlicher Typ.