1. März 2012

ein Rassehund mit Stammbaum?!

Kopfschüttelnd haben uns das viele Leute gefragt. Ein Basterli oder ein günstiges Tier ohne Stammbaum ist doch viel sinnvoller, als viel Geld auszugeben für so ein "Luxus"-tierchen, war ihre Meinung! Schliesslich sind ja Mischlinge auch viel gesünder, als überzüchtete Rassehunde... Ein altes Vorurteil, das 

Das macht für mich auch Sinn, allerdings nur (!!), wenn Sie einem Hund aus einem Tierheim ein neues Zuhause bieten wollen!

Dazu müssen Sie sich natürlich erst überlegen, WAS Sie denn gerne für einen Hund möchten! Wenn es Ihnen nicht so drauf an kommt, dann würde ich ein Tierheim unbedingt empfehlen, da viele Tiere sehnlichst auf ein neues Zuhause warten!

Bevorzugen Sie aber eine bestimmte Rasse, dann möchte ich Ihnen nahelegen, sich einen Rassehund MIT Stammbaum (URCI, CERTODOG oder FCI) anzuschaffen oder allenfalls warten, bis ein solches Tier in einem Tierheim zur Verfügung steht!
Ein Vermehrer, der einen Welpen OHNE Stammbaum verkauft, spart vor allem sich selbst sehr viele Kosten, Mühen und vorallem; Kontrolle! Die wenigsten werden darauf achten, dass ihre "Zuchthunde" auf Patella, Herz-, Lungengeräusche etc untersucht sind. Wer würde denn auch etwas beanstanden, wenn mit kranken Tieren gezüchtet wird? Niemand!

Aber, falls Sie jetzt doch bei einem "Hobbyzüchter" oder "sie sollte nur einmal Mama werden" einen Welpen anschauen gehen; lassen Sie sich IMMER die Patella-Untersuchung und den Gesundheitscheck des Tierarztes zeigen (Herz- Lungengeräusche...)! Dies kann man auch bei papierlosen Hunden machen. Wenn Ihnen das jemand nicht zeigen kann; machen Sie sich UND den Hunden den Gefallen und kaufen Sie woanders einen Welpen!! Bestehen Sie auch IMMER darauf, die Mutter mit ihren Welpen anschauen zu können. Auch da; falls dies nicht möglich sein sollte, ist höchste Vorsicht geboten.

Denn jeder Kauf aus Mitleid oder Unwissenheit regt die Millionenindustrie der Hundemafia an, weiter zu "produzieren". Und damit meine ich nicht nur die Zuchtfarmen aus dem Ausland, das kann genau so auch hier bei uns passieren. Oder die Welpen wurden in einer Zuchtfarm bestellt und dann als eigene verkauft...

Sehen Sie sich dazu auch die Bilder von sogenannten Vermehrungsstätten von Billigzüchtern an, denn oftmals sagen Bilder mehr als 1000 Worte.

Trotzdem möchte ich noch ein paar Worte, bzw. meine Gründe für ein Rassetier mit Stammbaum aus einer seriösen Zucht darlegen:
  • Eine Chihuahua-Zucht (oder auch eine andere Hundezucht) mit CERTODOG oder FCI-Papieren, wird vom jeweiligen Dachverband kontrolliert. d.h.
  • Sie erhalten ein Tier, das von gesunden Elterntieren abstammt, denn diese müssen vor/während der Zucht immer wieder auf ihre Gesundheit kontrolliert werden. Beim Chihuahua z.B. ist die Patellaluxation ein oft auftretendes Problem; siehe Patellaluxation auf Wikipedia. Viele Kleinhunde leiden unter dieser Krankheit!
  • Der Welpe ist nachweislich geimpft, gechipt und entwurmt 
  • Der Welpe wird sozialisiert und an verschiedenste Bedingungen gewöhnt (und nicht nur an einen Gitterkäfig oder an eine sterile Umgebung ohne Haushaltsgeräusche, verschiedene Untergründe etc), so dass sie einen munteren, lebensfreudigen Kameraden gewinnen, mit dem Sie durch dick und dünn gehen können.
    Bitte unterschätzen Sie das nicht. Ich habe ein Certodog-Seminar besucht bei Celina del Amo über Welpenaufzucht. ALLES was der Züchter verpasst hat bei der Sozialisierung des Welpen in den ersten 5 Wochen kann man entweder gar nicht mehr oder nur sehr schwer wieder aufholen!! Ein Hund, der als Welpe zuwenig kennengelernt hat, wird sich mit grosser Wahrscheinlichkeit sein Leben lang vor unbekannten Gerüchen, Geräuschen und Gegenständen fürchten! Stellen Sie sich mal so ein Leben vor, das Sie in ständigem Schrecken führen!!!
  • Sie haben die Gewissheit, dass sowohl Ihr Welpe, als auch die Elterntiere ein hundegerechtes Leben haben und nicht als Gebärmaschine missbraucht werden. Beim URCI darf/muss sich eine Zuchthündin spätestens nach zwei aufeinander folgenden Würfen immer ausruhen oder wenn der/die Zuchtwart/in sieht, dass die Hündin sich nach dem letzten Wurf noch nicht gut erholt hat. Spätestens nach dem 8. Lebensjahr darf sie ihren Ruhestand voll umfänglich geniessen!
Alle diese Punkte führen dann natürlich auch zum Preis, den man für einen seriös gezüchteten Rassehund bezahlt! Jemand, der Ihnen für wenig Geld ein Tier verkauft, kann diese Punkte gar nie alle erfüllen, es sei denn, er bezahlt massiv drauf und mal ehrlich; wer macht das schon?